„Aktive Bürger für gesundes Altern“

Experten des TITTAN-Projektes treffen sich in Sachsen

>> INTERREG-Europe-Projekt „TITTAN“: HEALTHY SAXONY e.V. ist in Vertretung des sächsischen Freistaats Ausrichter des fünften interregionalen Projekt-Workshops <<

Dresden, 05. Februar 2018. – Der Freistaat Sachsen veranstaltet vom 05. bis 07. Februar den fünften interregionalen Workshop des TITTAN Projektes, in dessen Rahmen hochrangige Vertreter europäischer Partnerregionen und Experten aus dem Gesundheitssektor unseren Freistaat besuchen. Der von HEALTHY SAXONY organisierte Workshop findet in Dresden und Leipzig statt. Austausch, Vergleich und Implementierung bewährter Versorgungsformen und -maßnahmen im Gesundheitswesen sind Ziele des Forschungsprojekts.

 

Rund 30 Teilnehmer aus den europäischen Regionen Baskenland (Spanien), Galicien (Spanien), Niederschlesien (Polen), Schottland, Almere (Niederlande) und der Lombardei (Italien) werden im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden von Martin Strunden, Leiter des Referats 35 „Gesundheitswirtschaft, gesundheitliche Prävention und Telematik“ des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz und vTITTAN_02/2018_1on Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner Universitätsklinikums, begrüßt. „Der Erfahrungsaustausch zwischen europäischen Gesundheitsregionen ist für die nachhaltige Entwicklung der Spitzenmedizin an den Partnerstandorten unerlässlich. Für Sachsen hat es der Verein geschafft, auf europäischer Ebene eine positive Wahrnehmung zu erzeugen“, so Prof. Michael Albrecht, der zugleich erster Vorstandsvorsitzender des Vereins HEALTHY SAXONY ist.

Die drei Workshop-Tage in Leipzig und Dresden stehen im Zeichen des Projekt-Themenbereichs „Aktive Bürger für gesundes Altern“. Dabei werden sogenannte ‚Best Practices‘ aus den verschiedenen europäischen Regionen vorgestellt, diskutiert und verknüpft. Dabei soll der Themenkomplex „Aktive Bürger für gesundes Altern“ für die Nutzung von Innovationen im Gesundheitsbereich und deren Einbindung in das Alterungs- und Gesundheitsmanagement sensibilisieren. Vor allem die Nutzung neuer Technologien und Präventionsansätze, die Einbeziehung neuer Organisationsmodelle und die Vernetzung von Patienten, Ärzte, Kliniken und anderen medizinischen Dienstleistern mittels telemedizinischer Projekte vereinen diese Vorhaben. Im Ergebnis soll die Lebensqualität und die adäquate Versorgung älterer Menschen verbessert werden.

Die Workshop-Ergebnisse werden anschließend gemeinsam ausgewertet. Dabei wird auch geprüft, inwiefern die Regionen von den Ergebnissen profitieren können. Daraus leiten sich Handlungsempfehlungen und Verbesserungsvorschläge für die Gesundheitspolitik ab.

Aus Sachsen werden mehrere erprobte, erfolgreiche Maßnahmen eingebracht und vorgestellt. Unter anderem das Schlaganfall Ostsachsen Netzwerk (SOS-NET), das sich bereits über den sächsischen Raum hinaus zu einer Referenzanwendung für die Versorgung des akuten Schlaganfalls im stationären Bereich entwickelt hat. Wesentlicher Bestandteil ist ein integrierter Versorgungspfad (SOS-Care), der sich über ein Jahr von der Rehabilitation bis in die Zeit der ambulanten Nachsorge erstreckt. Das technologische Fundament bildet seit Mitte 2015 die Plattform CCS-Telehealth Ostsachsen (CCS-THOS), die von der Carus Consilium Sachsen GmbH in Zusammenarbeit mit der T-Systems International GmbH gemeinsam entwickelt und von der Europäischen Union und dem Freistaat Sachsen mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt wurde. Dieser Pfad ist qualitätsgesichert für die Betreuung und Dokumentation technisch unter Anbindung der Akut- und Rehakliniken umgesetzt. Im Rahmen eines Nachsorgeprogramms werden Patienten anhand dieses Pfades durch einen oder mehrere Case Manager betreut. 

Mit dem Lehrcurriculum „GeriNeTrainer“ zur flächendeckenden, quartiersnahen Etablierung von Demenzsportgruppen für Angehörige der Gesundheitsberufe und interessierte Laien zeigt das Netzwerk GeriNet, wie abgestimmte Versorgungsstrukturen für hochbetagte und demente Patienten sektorenübergreifend bereitgestellt werden können.

TITTAN_02/2018_2Bei einem Besuch des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie in Leipzig, am zweiten Workshoptag führt Dr. Dirk Kuhlmeier (Arbeitsgruppenleiter Nanotechnologie) in die Point-of-Care-Diagnostik und die Forschungsgebiete des Hauses ein. Das Klinikum St. Georg gGmbH Leipzig vermittelt die Fortschritte in der Diagnostik von seltenen Immundefekten bei Neugeborenen.

Das Forschungsunternehmen TECNALIA aus dem spanischen Baskenland stellt seine Softwarelösung “Equimetrix” vor und engagiert sich damit ebenfalls für die Verbesserung der Lebensqualität TITTAN_02/2018_3älterer Menschen.

Den Abschluss des TITTAN-Workshops bildet ein Besuch in der Protonentherapie des Dresdner Universitätsklinikums. Während des Workshops erhalten die europäischen Partner und Fachexperten einen tiefgehenden Einblick über die Innovationen und Vorhaben des sächsischen Gesundheitssektors und der Gesundheitswirtschaft der verschiedenen europäischen Partner. Umgekehrt profitieren auch die Vertreter der sächsischen Gesundheitswirtschaft von innovativen Konzepten aus anderen europäischen Regionen.

 

Über das TITTAN Projekt

HEALTHY SAXONY startete im April 2016, gemeinsam mit sechs weiteren europäischen Regionen (Galicien als Projektleiter, Baskenland, Schottland, Almere, Lombardei und Niederschlesien), das Projekt TITTAN (Network for Technology, Innovation and Translation in Ageing), dessen Dauer zweieinhalb Jahre ist. Austausch, Vergleich und Implementierung bewährter gesundheitsökonomischer Verfahren und Maßnahmen sind Ziele des Forschungsprojekts. TITTAN trägt damit der Verbesserung von Qualität und Leistungsfähigkeit der jeweiligen europäischen regionalen Gesundheitssysteme in Bezug auf das gesunde und aktive Altern bei.

Durch TITTAN werden sowohl die Entwicklung, als auch die Einführung und Verwendung innovativer, technologiebasierender Produkte und Lösungen mit 1,7 Millionen Euro aus dem Programm Interreg Europa gefördert. In internationaler Zusammenarbeit sollen in einer Reihe von Workshops regional erprobte Versorgungsansätze verglichen und Verbesserungsvorschläge für die teilnehmenden Regionen abgeleitet werden. Ergebnis des Projekts sind Handlungsempfehlungen, welche der jeweiligen regionalen Politik Ansätze für die Veränderung der Rahmenbedingungen vorschlagen.

Das internationale Projekt gibt HEALTHY SAXONY die Möglichkeit, Sachsens Gesundheitswirtschaft im europäischen Raum zu präsentieren und gleichzeitig von etablierten Strukturmodellen zu lernen.

 

 

Über HEALTHY SAXONY

HEALTHY SAXONY, das Gesicht der sächsischen Gesundheitswirtschaft, existiert seit März 2014. Insgesamt zählt der Verein heute 23 namhafte Mitglieder, darunter die beiden sächsischen Universitätskliniken und die Herzzentren Dresdens und Leipzigs, das Klinikum Chemnitz, Interessenvertreter der ambulanten und stationären Versorgung sowie mit der AOK PLUS, die größte gesetzliche Krankenkasse Sachsens. Im Projekt TITTAN sind die Mitglieder des Vereins als Stakeholder direkt repräsentiert. Der Gründung ging ein durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz gefördertes Projekt zum Aufbau einer Koordinierungsstelle der Sächsischen Gesundheitswirtschaft voraus. Die Carus Consilium Sachsen GmbH und die Dresden International University GmbH waren Träger des abgeschlossenen Projekts.

Der Verein verfolgt drei wesentliche Ziele: Die Förderung von Wissenschaft und Forschung, des öffentlichen Gesundheitswesens und der öffentlichen Gesundheitspflege. Von der Zusammenarbeit der verschiedenen Mitglieder sollen nicht nur Firmen und Universitäten profitieren. Auch für die Verbraucher ist der gegenseitige Wissensaustausch und -transfer ein Gewinn. Das Teilen von Ideen und Ergebnissen auf Kongressen und Tagungen sowie die Initiierung und Begleitung neuer, oftmals sektorenübergreifender Versorgungsprojekte gehört ebenfalls zu den Aufgaben des Vereins. Er unterstützt seine Mitglieder beim Erkennen und Erschließen von Fördermöglichkeiten und bei der Mitwirkung an EU-Kompetenznetzwerken. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen können durch den Aufbau und die Pflege einer digitalen Datenbank, dem Digitalen Gesundheitsatlas Sachsen unter www.healthy-saxony.com, sowie durch die Förderung wissenschaftlicher Ergebnisse und ihrer praktischen Umsetzung und Verbreitung profitieren.

 

Kontakt

Geschäftsstelle des HEALTHY SAXONY e.V.
Fetscherstraße 74
01309 Dresden

Leiter: Dr. Olaf Müller

Projektmitarbeiter: Estefanía Luque Delgado, Sophia Mittelstädt

Tel.: + 49 351 458-7099
E-Mail: info@healthy-saxony.com
www.healthy-saxony.com

 

Presseinformation des HEALTHY SAXONY e.V. vom 05.02.2018