„TITTAN“ feiert Jubiläum

Aktives und gesundes Altern: Das INTERREG-Europe-Projekt „TITTAN“ feiert sein zweijähriges Bestehen.
Dresden, 08. Juni 2018. – Ziel des Projektes sind Handlungsempfehlungen, welche der jeweiligen regionalen Politik Ansätze für die Veränderung der Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen vorschlagen. Durch TITTAN werden sowohl die Entwicklung, als auch die Einführung und Verwendung innovativer, technologiebasierender Produkte und Lösungen mit 1,7 Millionen Euro aus dem Programm INTERREG Europa gefördert. Zu diesem Zweck tauschen die Partner des Projektes ihre bewährten Versorgungsansätze aus und setzen sie um.

Das TITTAN Projekt (Network for Technology, Innovation and Translation in Ageing), läuft bereits seit 2016 und hat eine Projektlaufzeit von viereinhalb Jahren. Das Projekt wird mit 1,7 Millionen Euro aus dem Programm INTERREG Europe gefördert. Sieben europäische Regionen nehmen daran teil: Galician Health Knowledge Agency (ACIS, Galicien) als Projektleiter; Basque Foundation for Health Innovation and Research (BIOEF, Baskenland); Fondazione Regionale per la Ricerca Biomedica (FRRB, Lombardei); HEALTHY SAXONY e.V. (HS, Sachsen); Digital Health & Care Institute (DHI, Schottland); Lower Silesian Voivodeship Marshal Office (LSVMO, Niederschlesien) und die Stadt Almere aus den Niederlanden.

Mit zahlreichen internationalen Workshops und Vor-Ort-Besuchen haben die Projektpartner unterschiedliche bewährte gesundheitsökonomische Verfahren und Maßnahmen aus den jeweiligen Regionen verglichen und sich dazu intensiv ausgetauscht. Ziel dieses Austauschs ist der Beitrag zur Verbesserung der mit den EU-Strukturfonds verbundenen regionalpolitischen Maßnahmen. Dabei stehen die folgenden Themenfelder im Fokus:

Erstes Themenfeld - OUTSIDE-IN TECHNOLOGISCHE INNOVATION: Förderungen zur Beschaffung von innovativen Produkten und Lösungen für das Gesundheitssystem, überwiegend durch die Implementierung innovativer Beschaffungsverfahren wie die vorkommerzielle Auftragsvergabe und die öffentliche Beschaffung von Innovationen, sowie durch die Analyse anderer Ansätze.

  1. Interregionaler Workshop und Studienbesuch (Santiago de Compostela, 5.-7. September 2016): Alle Projektpartner trafen sich im spanischen Santiago de Compostela um zu den regionalen Innovationsprogrammen und Initiativen des öffentlichen und privaten Sektors zu , die in ihren jeweiligen Regionen erfolgreich umgesetzt wurden und damit einen positiven Beitrag sowohl für die Patienten als auch für das Gesundheitswesen leisteten. Besondere Aufmerksamkeit wurde auf die Förderung von Methoden für die innovative öffentliche Auftragsvergabe gelegt, nicht nur in theoretischer, sondern auch in praktischer Hinsicht. Die TITTAN Partner besichtigten das Universitätsklinikum Álvaro Cunqueiro in Vigo, um aus erster Hand einige Projekte kennenzulernen, die in Galicien durch die innovative öffentliche Beschaffung im Rahmen von H2050 umgesetzt wurden, sowie zum Beispiel die Innovasaúde Projekte, die mit EFRE-Mitteln 2007-2013 gefördert wurden.

Zweites Themenfeld - INSIDE-OUT TECHNOLOGISCHE INNOVATION: Das Ziel ist die Verringerung des Abstandes zwischen der Forschung und dem Markt im Gesundheitswesen mit Hilfe der Einrichtung innovativer Ökosysteme, die sich auf einem Vierfach-Helix-Ansatz (Wissenschaft, Verwaltung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft) beruhen. Ökosysteme sollten den Transfer von translationalen Forschungsergebnissen zu den Unternehmen fördern und die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen vorantreiben.

Zweiter interregionaler Workshop und Studienbesuch (Mailand, 6. – 8. März 2017): Es wurden insgesamt 12 Lösungsansätze behandelt, die auf offene Innovation, Kollaborationsplattform und Fernüberwachung gezielt waren. Während des zweiten Workshops konnten die Partner die Don Gnocchi Foundation besichtigen, eine Stiftung mit über 5.500 Mitarbeiter und Berater. Sie verfügt über 29 Standorte und ist vom Nationalen Gesundheitsdienst Italiens anerkannt. Ihr Tätigkeitsspektrum umfasst Rehabilitation, Sozialfürsorge und therapeutische Leistungen. Zudem betreibt die Stiftung intensive Forschung und stellt Angebote in der Aus- und Weiterbildung bereit.

Dritter interregionaler Workshop und Studienbesuch (Almere, 29. – 31. Mai 2017): Im Rahmen ausgewählter Versorgungsansätze präsentierten die Teilnehmer ihre Projekte, die sich auf Spitzentechnologie und State-of-the-Art-Wissen beruhen. Die TITTAN Projektpartner konnten sich so unter anderem über „A-Lab“ (mit Präsentationen über das Amsterdam Economic Board und den sozialen Roboter Alice), „HealthFactory“ (einschließlich das Big Data Value Center und Cinnovate), „Senior Live“, das „Who Cares Projekt“ und „Data-Lab“ einen Eindruck machen.

Drittes Themenfeld – AKTIVE BÜRGER FÜR GESUNDES ALTERN: Erhöhung der Wahrnehmung der Bevölkerung zu neuen Technologien, die die Lebensqualität verbessern, indem E-Health-Maßnahmen ergriffen und die Patienten in co-design-Prozesse eingebunden werden.

Vierter interregionaler Workshop und Studienbesuch (Edinburgh, 2. – 4. Oktober 2017): Der TITTAN Workshop fand im Rahmen der 2017 BCS Health Scotland Konferenz statt. Am ersten Tag stellten Stakeholder aus Schottland, Baskenland und Niederschlesien ihre, auf Spitzentechnologie beruhende, Projekte und Vertreter aus Almere ein Projekt über soziale Innovation vor. Der zweite Tag wurde E-Health und Selbstmanagement, Technology Enabled Care und E-Health-Strategie gewidmet. Am dritten Tag wurden neue Möglichkeiten für die kognitive und motorische Rehabilitation, wie zum Beispiel KINEAGE (3D Spiel), sowie Lösungen zur Schaffung altersfreundlicher Städte diskutiert.

Fünfter interregionaler Workshop und Studienbesuch (Dresden, 5. – 7. Februar 2018): Rund 30 Teilnehmer tauschten ihre Initiativen für ein aktives und gesundes Altern am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden aus. Bei einem Besuch des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie in Leipzig am zweiten Workshoptag führte Dr. Dirk Kuhlmeier (Arbeitsgruppenleiter Nanotechnologie) in die Point-of-Care-Diagnostik und die Forschungsgebiete des Hauses ein. Darüber hinaus vermittelte das Klinikum St. Georg gGmbH Leipzig die Fortschritte in der Diagnostik von seltenen Immundefekten bei Neugeborenen. Den Abschluss des TITTAN-Workshops bildete ein Besuch in der Protonentherapie des Dresdner Universitätsklinikums. 

VOR-ORT-BESUCHE: Im Rahmen des jeweiligen Themenfeldes wurden bis zu 5-tägige Besuche in einer erfahrenen Region durchgeführt, damit die Partner und ihre Stakeholder Unterstützung für die Anfertigung des Action Plans bekommen. Alle Vor-Ort-Besuche der ersten und zweiten Themenfelder wurden erfolgreich abgeschlossen. Das Ziel dieser Besuche war die Vertiefung in gesundheitsökonomischen Verfahren und Maßnahmen der outside-in und inside-out technologischen Innovation. Die nächsten Besuche beziehen sich auf das dritte Themenfeld „aktive Bürger für gesundes Altern“.

 

NÄCHSTE TITTAN AKTIVITÄTEN: 

  • Interregionaler Workshop über personalisierte Medizin (Mailand, 11. April 2018): Die Veranstaltung bringt Projekte aus dem Programm Interreg Europe zusammen, die mit Gesundheits- und Lebenswissenschaften, internationalen Projekten (TO-REACH, IC-PerMed und ERA-PerMed), gesamteuropäischen Initiativen, wie ESTHER (Emerging and Smart Technologies for Healthcare), zusammenhängen und zum besseren Verständnis der Prioritäten der personalisierten Medizin beitragen, die auf regionaler Ebene behandelt werden können.

  • TITTAN Workshop der Woiwodschaft Niederschlesien (Breslau, 7. – 8. Mai 2018): Hier geht es um ein Meeting der niederschlesischen Stakeholder und Projektpartner zur Präsentation der bisher nicht vorgestellten Maßnahmen, die Interesse in der polnischen Region erwecken. Niederschlesien baut einer der fünf geplanten Kompetenzzentren für Geriatrie am A. Falkiewicz Fachkrankenhaus. Aus diesem Grund wird die Veranstaltung gemeinsam organisiert.

Relevante regionale und lokale Stakeholder sind auch am Lernprozess des Projektes beteiligt. Manche nehmen sogar am Entscheidungsprozess und Politikumsetzung teil. In Zusammenarbeit mit HEALTHY SAXONY e.V. sind folgende Organisationen auf regionaler/lokaler Ebene am TITTAN Projekt beteiligt: GeriNet Leipzig, Carus Consilium Sachsen GmbH, Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Fraunhofer IZI, Klinikum St. Georg gGmbG Leipzig, NCT Dresden.

Über das TITTAN Projekt

HEALTHY SAXONY startete im April 2016, gemeinsam mit sechs weiteren europäischen Regionen (Galicien als Projektleiter, Baskenland, Schottland, Almere, Lombardei und Niederschlesien), das Projekt TITTAN (Network for Technology, Innovation and Translation in Ageing), dessen Dauer zweieinhalb Jahre ist. Austausch, Vergleich und Implementierung bewährter gesundheitsökonomischer Verfahren und Maßnahmen sind Ziele des Forschungsprojekts. TITTAN trägt damit der Verbesserung von Qualität und Leistungsfähigkeit der jeweiligen europäischen regionalen Gesundheitssysteme in Bezug auf das gesunde und aktive Altern bei.

Durch TITTAN werden sowohl die Entwicklung, als auch die Einführung und Verwendung innovativer, technologiebasierender Produkte und Lösungen mit 1,7 Millionen Euro aus dem Programm Interreg Europa gefördert. In internationaler Zusammenarbeit sollen in einer Reihe von Workshops regional erprobte Versorgungsansätze verglichen und Verbesserungsvorschläge für die teilnehmenden Regionen abgeleitet werden. Ergebnis des Projekts sind Handlungsempfehlungen, welche der jeweiligen regionalen Politik Ansätze für die Veränderung der Rahmenbedingungen vorschlagen.

Das internationale Projekt gibt HEALTHY SAXONY die Möglichkeit, Sachsens Gesundheitswirtschaft im europäischen Raum zu präsentieren und gleichzeitig von etablierten Strukturmodellen zu lernen.
 

Über HEALTHY SAXONY

HEALTHY SAXONY, das Gesicht der sächsischen Gesundheitswirtschaft, existiert seit März 2014. Insgesamt zählt der Verein heute 23 namhafte Mitglieder, darunter die beiden sächsischen Universitätskliniken und die Herzzentren Dresdens und Leipzigs, das Klinikum Chemnitz, Interessenvertreter der ambulanten und stationären Versorgung sowie mit der AOK PLUS, die größte gesetzliche Krankenkasse Sachsens. Im Projekt TITTAN sind die Mitglieder des Vereins als Stakeholder direkt repräsentiert. Der Gründung ging ein durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz gefördertes Projekt zum Aufbau einer Koordinierungsstelle der Sächsischen Gesundheitswirtschaft voraus. Die Carus Consilium Sachsen GmbH und die Dresden International University GmbH waren Träger des abgeschlossenen Projekts.

Der Verein verfolgt drei wesentliche Ziele: Die Förderung von Wissenschaft und Forschung, des öffentlichen Gesundheitswesens und der öffentlichen Gesundheitspflege. Von der Zusammenarbeit der verschiedenen Mitglieder sollen nicht nur Firmen und Universitäten profitieren. Auch für die Verbraucher ist der gegenseitige Wissensaustausch und -transfer ein Gewinn. Das Teilen von Ideen und Ergebnissen auf Kongressen und Tagungen sowie die Initiierung und Begleitung neuer, oftmals sektorenübergreifender Versorgungsprojekte gehört ebenfalls zu den Aufgaben des Vereins. Er unterstützt seine Mitglieder beim Erkennen und Erschließen von Fördermöglichkeiten und bei der Mitwirkung an EU-Kompetenznetzwerken. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen können durch den Aufbau und die Pflege einer digitalen Datenbank, dem Digitalen Gesundheitsatlas Sachsen unter www.healthy-saxony.com, sowie durch die Förderung wissenschaftlicher Ergebnisse und ihrer praktischen Umsetzung und Verbreitung profitieren.

 

Kontakt:

Geschäftsstelle des HEALTHY SAXONY e.V.
Fetscherstraße 74 01309 Dresden

Leiter: Dr. Olaf Müller

Projektmitarbeiterinnen:
Estefanía Luque Delgado, Sophia Mittelstädt
Tel.: + 49 351 458-7099
E-Mail: info@healthy-saxony.com
www.healthy-saxony.com