TITTAN: Studienbesuch in Galicien

Galicische Gesundheitsbehörde und Agentur für Gesundheitswesen (ACIS) empfang TITTAN-Delegation zum internationalen Austausch.

Santiago de Compostela, 18. – 19. Juli 2018 – Der Studienbesuch im nordspanischen Galicien wurde im Rahmen des INTERREG-Projekts TITTAN (Translation, Innovation & Technology Transfer in Ageing Network) veranstaltet. Das Ziel des Projektes, das bereits seit zwei Jahren läuft, ist die Verbesserung der Gesundheitssysteme und die Entwicklung innovativer Lösungen zur Förderung des aktiven und gesunden Alterns. Die sieben Projektpartner und ihre Stakeholder nahmen an verschiedenen internationalen Workshops und Vor-Ort-Besuchen teil, bei denen bewährte gesundheitsökonomische Verfahren und regional erfolgreiche Maßnahmen ausgetauscht wurden. 

Am 18. und 19. Juni hießen die galicische Gesundheitsbehörde und die Galicische Agentur für Gesundheitswesen (ACIS) eine Delegation bestehend aus dem Digital Health & Care Institute (DHI) (Schottland), der Regionalregierung von Niederschlesien (Polen), dem Verein HEALTHY SAXONY (HS) (Sachsen) sowie aus der baskischen Gesundheitsbehörde und der Baskischen Stiftung für Gesundheitsforschung und Innovation (BIOEF) (Baskenland) willkommen. Der Besuch dieser Delegation fand im Rahmen der Aktivitäten des TITTAN Projektes statt, welches ACIS leitet. 

Am ersten Tag des Besuches präsentierten und erläuterten Javier Quiles del Río (Abteilungsleiter in der IT Unterdirektion der galicischen Gesundheitsbehörde) und Marta Sande (IANUS Projektbüro) den Projektpartnern die IANUS und Telea Plattform. IANUS bietet dem Gesundheitspersonal einen vollständigen Zugang zu den elektronischen Patientenakten unabhängig von dem behandelnden Krankenhaus, Klinik oder öffentlichen Gesundheitszentrum. Telea ist eine Plattform für die Fernversorgung chronisch erkrankter Patienten. 

Am Nachmittag wurde die E-Saúde Plattform von Alberto Fuentes Losada (Generalsekretär der Consellería de Saúde) und Beatriz Allegue Requeijo (Geschäftsführerin von ACIS) vorgestellt. E-Saúde ist ein Tool, das den Bürgern des galicischen Gesundheitssystems ermöglicht, sich auf einem festen oder mobilen Gerät über personenbezogene Daten auf den Patientenakten sowie über die Medikamente zu informieren. 

Am zweiten Tag besuchten die Partner aus Schottland und Niederschlesien das Galeras Gesundheitszentrum in Santiago de Compostela unter der Führung von Jorge Prado (Abteilungsleiter des Support- und Implementierungsdienstes), um Details über das Management von IANUS von den Gesundheitsexperten zu lernen. 

Der Tag endete mit einem Besuch der ganzen Delegation im Universitätsklinikum von Santiago de Compostela (CHUS), wo Kardiologe Carlos Peña Gil das kardiologische Rehabilitationsprogramm vorstellte. Das Programm begann im September 2015 und dient zur Unterstützung der Patienten nach Schlaganfällen, kardiologischen Operationen und perkutanen Koronarinterventionen (therapeutisches Verfahren der Kardiologie; dient der Erweiterung von verengten oder vollständig verschlossenen Arterien, die kranzförmig das Herz umgeben und den Herzmuskel mit Blut versorgen). Das Universitätsklinikum verfügt außerdem über eine Turnhalle, in der spezielles Training und besondere Übungen für Patienten mit Herzproblemen angeboten werden. Die Rehabilitation wird von einem einstündigen Treffen begleitet, an dem die Patienten mit ihren Angehörigen sowie ein multidisziplinarisches Team erfahrener Spezialisten teilnehmen. 

Das TITTAN Projekt wurde durch das Interreg Europe Programm des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (85 %) mitgefördert.

 

Über das TITTAN Projekt 

HEALTHY SAXONY startete im April 2016, gemeinsam mit sechs weiteren europäischen Regionen (Galicien als Projektleiter, Baskenland, Schottland, Metropolitan Area von Amsterdam, Lombardei und Niederschlesien), das Projekt TITTAN (Network for Technology, Innovation and Translation in Ageing), dessen Dauer zweieinhalb Jahre ist. Austausch, Vergleich und Implementierung bewährter gesundheitsökonomischer Verfahren und Maßnahmen sind Ziele des Forschungsprojekts. TITTAN trägt damit der Verbesserung von Qualität und Leistungsfähigkeit der jeweiligen europäischen regionalen Gesundheitssysteme in Bezug auf das gesunde und aktive Altern bei.

Durch TITTAN werden sowohl die Entwicklung, als auch die Einführung und Verwendung innovativer, technologiebasierender Produkte und Lösungen mit 1,7 Millionen Euro aus dem Programm Interreg Europa gefördert. In internationaler Zusammenarbeit sollen in einer Reihe von Workshops regional erprobte Versorgungsansätze verglichen und Verbesserungsvorschläge für die teilnehmenden Regionen abgeleitet werden. Ergebnis des Projekts sind Handlungsempfehlungen, welche der jeweiligen regionalen Politik Ansätze für die Veränderung der Rahmenbedingungen vorschlägt.

Das internationale Projekt gibt HEALTHY SAXONY die Möglichkeit, Sachsens Gesundheitswirtschaft im europäischen Raum zu präsentieren und gleichzeitig von etablierten Strukturmodellen zu lernen.

 

Über HEALTHY SAXONY

HEALTHY SAXONY, das Gesicht der sächsischen Gesundheitswirtschaft, existiert seit März 2014. Insgesamt zählt der Verein heute 23 namhafte Mitglieder, darunter die beiden sächsischen Universitätskliniken und die Herzzentren Dresdens und Leipzigs, das Klinikum Chemnitz, Interessenvertreter der ambulanten und stationären Versorgung sowie mit der AOK PLUS, die größte gesetzliche Krankenkasse Sachsens. Im Projekt TITTAN sind die Mitglieder des Vereins als Stakeholder direkt repräsentiert. Der Gründung ging ein durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz gefördertes Projekt zum Aufbau einer Koordinierungsstelle der Sächsischen Gesundheitswirtschaft voraus. Die Carus Consilium Sachsen GmbH und die Dresden International University GmbH waren Träger des abgeschlossenen Projekts.

Der Verein verfolgt drei wesentliche Ziele: Die Förderung von Wissenschaft und Forschung, des öffentlichen Gesundheitswesens und der öffentlichen Gesundheitspflege. Von der Zusammenarbeit der verschiedenen Mitglieder sollen nicht nur Firmen und Universitäten profitieren. Auch für die Verbraucher ist der gegenseitige Wissensaustausch und -transfer ein Gewinn. Das Teilen von Ideen und Ergebnissen auf Kongressen und Tagungen sowie die Initiierung und Begleitung neuer, oftmals sektorenübergreifender Versorgungsprojekte gehört ebenfalls zu den Aufgaben des Vereins. Er unterstützt seine Mitglieder beim Erkennen und Erschließen von Fördermöglichkeiten und bei der Mitwirkung an EU-Kompetenznetzwerken. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen können durch den Aufbau und die Pflege einer digitalen Datenbank, dem Digitalen Gesundheitsatlas Sachsen unter www.healthy-saxony.com, sowie durch die Förderung wissenschaftlicher Ergebnisse und ihrer praktischen Umsetzung und Verbreitung profitieren.

Kontakt

Geschäftsstelle des HEALTHY SAXONY e.V.
Fetscherstraße 74 01309 Dresden

 Leiter: Dr. Olaf Müller

Projektmitarbeiterinnen:
Estefanía Luque Delgado, Sophia Mittelstädt                        
Tel.: + 49 351 458-7099
E-Mail: info@healthy-saxony.com
www.healthy-saxony.com