Europäische Delegation zu Besuch bei HEALTHY SAXONY

INTERREG-Projekt TITTAN organisierte Studienbesuch in Sachsen

Dresden, 03. – 04. Juli 2018 – Der Studienbesuch in Sachsen wurde im Rahmen des INTERREG-Projekts TITTAN (Translation, Innovation & Technology Transfer in Ageing Network) veranstaltet. Das Ziel des Projektes, das bereits seit 2 Jahren läuft, ist die Verbesserung der Gesundheitssysteme und die Entwicklung innovativer Lösungen zur Förderung des aktiven und gesunden Alterns. Die sieben Projektpartner und ihre Stakeholder nahmen an verschiedenen internationalen Workshops und Vor-Ort-Besuchen teil, bei denen bewährte gesundheitsökonomische Verfahren und Maßnahmen auf regionaler Ebene ausgetauscht wurden. 

Die europäische Delegation bestehend aus polnischen und schottischen Vertretern eigneten sich vertiefte Kenntnisse über die besten Verfahren an, die zum dritten Themenbereich des Projektes (Aktive Bürger für gesundes Altern) gehören. Bei diesem Themenkomplex wurden sogenannte „Best Practices“ vorgestellt, die für die Nutzung neuer Technologien und die Förderung von Wissen sensibilisieren sollen. Im Ergebnis soll die Lebensqualität der Bürger verbessert werden. Der Gastgeber HEALTHY SAXONY stellte in Zusammenarbeit mit seinen Partnern und Stakeholdern die telemedizinische Plattform „CCS-Telehealth Ostsachsen“, einige laufende Projekte, das UniversitätsCentrum für Gesundes Altern am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden sowie das innovative geriatrische Netzwerk GeriNet Leipzig vor.

Vertreter von DHI - Digital Health & Care Institute und der University of Strathclyde (Schottland) sowie von der Woidwodschaft Niederschlesien (Polen) nahmen an dem Besuch teil.

Am ersten Tag präsentierte Dr. Olaf Müller die Arbeit der Gesundheitsregion Carus Consilium Sachsen. Die Gesundheitsregion verbindet inzwischen mehr als 600 Partner aus rund 200 Institutionen der Bereiche Forschung, Krankenversorgung, Gesundheitsvorsorge, Patientenvertretung, Wirtschaft und Politik. Die enge Zusammenarbeit mit allen Netzwerkpartnern und der Landesregierung Sachsen ist die Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Arbeit der CCS.

Die Koordination liegt bei der gleichnamigen Managementgesellschaft Carus Consilium Sachsen GmbH, einem Tochterunternehmen des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus an der TU Dresden. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist die Stabilisierung der medizinischen und pflegerischen Versorgung und die gleichzeitige Modernisierung des Gesundheitswesens eine der bedeutendsten sozialpolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre. Das Carus Consilium initiiert, steuert und koordiniert nachhaltige Konzepte zur Sicherstellung und Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung, insbesondere in ländlichen Gebieten.

Eines dieser Konzepte ist die telemedizinische Plattform „CCS Telehealth Ostsachsen" (THOS), ein europäisches Pilotprojekt, das eine große Palette der Möglichkeiten in der vernetzten medizinischen Betreuung bietet und alte Schranken im Gesundheitswesen überwinden helfen will. Das Projekt stellt dazu eine offene und universell einsetzbare IT-Plattform für die Gesundheitsbetreuung einer ganzen Region bereit - in Ostsachsen und darüber hinaus. Dank „CCS Telehealth Ostsachsen“ verbinden eigene gesicherte Datennetze Kliniken, Ärzte, Pflegekräfte, weitere medizinische Leistungserbringer und Patienten Zuhause. Die Patienten können dabei auch eine aktive Rolle übernehmen und Krankenhausmitarbeitern in Echtzeit kommunizieren. 

Martin Benedict und Dr. Hannes Schlieter vom eHealth-Team der Professur für Wirtschaftsinformatik insb. Systementwicklung der TU Dresden stellten die THOS Plattform und die drei telemedizinischen Innovationen im Bereich der integrierten Versorgung vor, die derzeit entwickelt werden: Tele-NePS – eine elektronische Fallakte für Psychotraumatologie, die alle Akteure vernetzt, IBMS – ein Betreuungsportal für Patienten mit Multiple Sklerose, das auf Bewusstseinsbildung zielt und INAN-SOS – eine Integration aller Hausärzten in das Netzwerk SOS-NET zur digitalen Verbindung zwischen städtischen und ländlichen Gebieten.

Ein anderes Konzept wurde von Juliane Wolf aus Leipzig präsentiert: GeriNet Leipzig ist ein regionales Netzwerk für geriatrische Versorgung mit zahlreichen Partners, vor allem in Sachsen. Die Netzwerkmitglieder sind Wissenschaftler und Praktiker aus medizinischen, sozialen, pflegerischen, therapeutischen und wirtschaftlichen Bereichen. Das Ziel des Projektes GeriNeTrainer ist, die Alltagskompetenz der Menschen mit kognitiven und motorischen Einschränkungen, eingeschränkten alltäglichen Fähigkeiten und diagnostizierter Demenz durch Bewegung- und Kognitionsübungen in Gruppen und zu Hause zu erhöhen. GeriNeTrainer wird hauptsächlich für Patienten ab 70 Jahren angeboten. Die Übungskurse finden quartiersnah in verschiedenen Stadtteilen von Leipzig statt. Ziel ist es, dass jeder GeriNeTrainer selbständig besuchen und dadurch unabhängiger werden kann. 

Darüber hinaus stellte der Stakeholder Carus Consilium Sachsen weitere Initiativen und Netzwerke vor, die das Gesundheitssystem verbessern. Der Weiterbildungsverbund bietet eine strukturierte Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin an. Ziel der Verbundweiterbildung ist die Sicherung der hausärztlichen Versorgung in ländlichen Gebieten mit einer alternden Bevölkerung. Außerdem wurde der Dienst „CCS Familiengesundheitspaten“ präsentiert, der die ehrenamtliche Arbeit zwischen Familien mit Kindern von null bis drei Jahren unterstützt. 

Der zweite Tag war durch Medizinische Informatik geprägt. Prof. Dr. Martin Sedlmayr, Direktor des Zentrums für Medizinische Informatik der Hochschulmedizin Dresden, führte die schottischen Partner in die Bemühungen zum Aufbau eines Datenintegrationszentrums als Ökosystem für die Medizinische Forschung und Versorgung ein. 

Das TITTAN Projekt wurde durch das Interreg Europe Programm des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (85 %) mitgefördert.

 

Über das TITTAN Projekt

HEALTHY SAXONY startete im April 2016, gemeinsam mit sechs weiteren europäischen Regionen (Galicien als Projektleiter, Baskenland, Schottland, Metropolitan Area von Amsterdam, Lombardei und Niederschlesien), das Projekt TITTAN (Network for Technology, Innovation and Translation in Ageing), dessen Dauer zweieinhalb Jahre ist. Austausch, Vergleich und Implementierung bewährter gesundheitsökonomischer Verfahren und Maßnahmen sind Ziele des Forschungsprojekts. TITTAN trägt damit der Verbesserung von Qualität und Leistungsfähigkeit der jeweiligen europäischen regionalen Gesundheitssysteme in Bezug auf das gesunde und aktive Altern bei.

Durch TITTAN werden sowohl die Entwicklung, als auch die Einführung und Verwendung innovativer, technologiebasierender Produkte und Lösungen mit 1,7 Millionen Euro aus dem Programm Interreg Europa gefördert. In internationaler Zusammenarbeit sollen in einer Reihe von Workshops regional erprobte Versorgungsansätze verglichen und Verbesserungsvorschläge für die teilnehmenden Regionen abgeleitet werden. Ergebnis des Projekts sind Handlungsempfehlungen, welche der jeweiligen regionalen Politik Ansätze für die Veränderung der Rahmenbedingungen vorschlägt.

Das internationale Projekt gibt HEALTHY SAXONY die Möglichkeit, Sachsens Gesundheitswirtschaft im europäischen Raum zu präsentieren und gleichzeitig von etablierten Strukturmodellen zu lernen.

 

Über HEALTHY SAXONY

HEALTHY SAXONY, das Gesicht der sächsischen Gesundheitswirtschaft, existiert seit März 2014. Insgesamt zählt der Verein heute 23 namhafte Mitglieder, darunter die beiden sächsischen Universitätskliniken und die Herzzentren Dresdens und Leipzigs, das Klinikum Chemnitz, Interessenvertreter der ambulanten und stationären Versorgung sowie mit der AOK PLUS, die größte gesetzliche Krankenkasse Sachsens. Im Projekt TITTAN sind die Mitglieder des Vereins als Stakeholder direkt repräsentiert. Der Gründung ging ein durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz gefördertes Projekt zum Aufbau einer Koordinierungsstelle der Sächsischen Gesundheitswirtschaft voraus. Die Carus Consilium Sachsen GmbH und die Dresden International University GmbH waren Träger des abgeschlossenen Projekts.

Der Verein verfolgt drei wesentliche Ziele: Die Förderung von Wissenschaft und Forschung, des öffentlichen Gesundheitswesens und der öffentlichen Gesundheitspflege. Von der Zusammenarbeit der verschiedenen Mitglieder sollen nicht nur Firmen und Universitäten profitieren. Auch für die Verbraucher ist der gegenseitige Wissensaustausch und -transfer ein Gewinn. Das Teilen von Ideen und Ergebnissen auf Kongressen und Tagungen sowie die Initiierung und Begleitung neuer, oftmals sektorenübergreifender Versorgungsprojekte gehört ebenfalls zu den Aufgaben des Vereins. Er unterstützt seine Mitglieder beim Erkennen und Erschließen von Fördermöglichkeiten und bei der Mitwirkung an EU-Kompetenznetzwerken. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen können durch den Aufbau und die Pflege einer digitalen Datenbank, dem Digitalen Gesundheitsatlas Sachsen unter www.healthy-saxony.com, sowie durch die Förderung wissenschaftlicher Ergebnisse und ihrer praktischen Umsetzung und Verbreitung profitieren. 

 

Kontakt

Geschäftsstelle des HEALTHY SAXONY e.V.
Fetscherstraße 74 01309 Dresden

Leiter: Dr. Olaf Müller

Projektmitarbeiterinnen:
Estefanía Luque Delgado, Sophia Mittelstädt                        
Tel.: + 49 351 458-7099
E-Mail: info@healthy-saxony.com
www.healthy-saxony.com