Der Arzt als Existenzgründer

Der Arzt als Unternehmer ist der entscheidende Erfolgsfaktor für das Gelingen einer Existenzgründung

Uta_Seiler_HVB.jpgIm Bundesland Sachsen – und nicht nur hier – steht bei der Ärzteschaft ein Generationswechsel an. Viele junge Ärzte wagen erfreulicherweise daher jetzt den Schritt in die Selbständigkeit oder sind gerade dabei, sich auf ein solches Vorhaben gedanklich vorzubereiten. Konkret heißt das, sie überlegen, ob sie eine bestehende Praxis übernehmen oder vielleicht eine neue gründen sollen. 

HEALTHY SAXONY fragte Uta Seiler, langjährige Heilberufe-Teamleitern bei der HypoVereinsbank in Sachsen, nach Ihren Erfahrungen rund um die Finanzierung von Arztpraxen.*

HEALTHY SAXONY: Frau Seiler, welche Gründungsform ist nach Ihrer Erfahrung die häufigste?
Uta Seiler: Die eigene Praxis ist noch immer die beliebteste Gründungsform bei Ärzten. Dabei kann es sich um eine Einzelpraxis, den Einstieg in eine Gemeinschaftpraxis (Berufsausübungsgemeinschaft) handeln oder um die Integration als Freiberufler in ein komplexeres Gebilde wie z. B. ein Ärztehaus. Ärztliche Freiberuflichkeit kann ganz unterschiedlich aussehen.

HEALTHY SAXONY: Wie kommt denn nun der Ärzte-Nachwuchs zu einer Finanzierung?
Uta Seiler: Ärzte die sich direkt nach der Facharztausbildung selbstständig machen, haben häufig nur wenig Eigenkapital und kaum Erfahrung bezüglich der Praxisführung. Für die Auswahl der richtigen Finanzierung brauchen wir einen fundierten Business-, Liquiditäts- und Investitionsplan. Da sowohl ärztliche Neugründungen wie auch Praxisübernahmen öffentlich gefördert werden können, sollte man bei der Entscheidung für eine Finanzierungsart immer zuerst überprüfen, inwieweit öffentliche Fördermittel in Betracht kommen. Die KfW-Mittelstandsbank bietet hierfür Programme an. Der Kredit muss zum Kreditnehmer passen, d. h. zu seiner Liquidität und zur Ertragskraft der Praxis wie auch in die persönliche Situation des Arztes.

HEALTHY SAXONY: Wofür brauche ich denn einen Business-, Liquiditäts- und Investitionsplan?
Uta Seiler: Über einen Business-, Liquiditäts- und Investitionsplan erhalten Sie zunächst mal für sich selbst die betriebswirtschaftliche Transparenz, die Ihnen eine objektive Entscheidungsfindung einfacher macht. So können Sie herausfinden, welcher Standort für Sie der richtige ist und in welcher Größenordnung Sie investieren wollen. Außerdem möchte Ihre Bank und das Förderinstitut solche Planungen sehen, aber auch Ihr potenzieller Vermieter wird sich dafür interessieren. Beim Erstellen eines Businessplans kann Sie z. B. Ihr Steuerberater unterstützen oder auch ein Gründungscoach.

HEALTHY SAXONY: Wie können Sie als Bankberaterin die jungen Ärzte bei der Gründung unterstützen?
Uta Seiler: Wir gestalten ein individuell zugeschnittenes Finanzierungskonzept, das alle Anforderungen, Wünsche und Ziele im privatem sowie im Praxisbereich abdeckt.

HEALTHY SAXONY: Vielen Dank für das Interview!